Linse zur Linse

Die phaken intraokularen Linsen

Bei der phaken (griech. phakos = Linse) intraokularen Linse handelt es sich um eine künstliche Linse, die zusätzlich zur eigenen Augenlinse in das Auge implantiert wird. Bildlich gesprochen wird das Brillenglas bzw. die Kontaktlinse in das Auge gesetzt. In unserer Praxis werden vorwiegend phake Vorderkammerlinsen verwendet, die zwischen Iris und Hornhaut platziert werden. Dabei wird die Kunstlinse entweder mit speziellen Häkchen an der Iris befestigt oder diese Häkchen stützen die Linse in der vorderen Augenkammer ab. Dies spüren Sie selbstverständlich nicht!

Phake intraokulare Linsen eignen sich bei folgenden Sehfehlern:

  • Kurzsichtigkeit:    ab ca. -3 dpt
  • Weitsichtigkeit:    ab ca. +4 dpt
  • Hornhautverkrümmung in Kombination mit Kurzsichtigkeit

Der Einsatz einer phaken Vorderkammerlinse erfordert eine eingehende Untersuchung, bei welcher der Abstand zwischen Vorderseite der natürlichen Linse und Hornhautrückfläche gemessen wird. Ist der erforderliche Mindestabstand gegeben, spricht dies für ein Vorderkammerlinsenimplantat. Dies und die oben genannte Fehlsichtigkeit innerhalb der Indikationsbereiche sind jedoch nicht die alleinigen Kriterien, die für eine Eignung sprechen.


Folgende Kriterien müssen zusätzlich erfüllt sein:

  • gesunde Hornhaut
  • gleichbleibende Brillen- bzw. Kontaktlinsenstärke seit mindestens einem Jahr
  • die Augen erfüllen die entsprechenden anatomischen Voraussetzungen
  • Mindestalter 21 Jahre

In diesen Fällen ist eine Phake Intraokulare Linse nicht geeignet:

  • bei chronischen Augenentzündungen
  • während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit
  • wenn die Hornhaut die medizinischen Voraussetzungen nicht erfüllt, z. B. weil die Dichte der Endothelzellen geringer als erforderlich ist (Endothelzellen sind Zellen auf der Hornhautrückfläche, welche für die ständige Entquellung der Hornhaut und damit deren Klarheit sorgen)